Generaldirektor Wrabetz, Bundespräsident Fischer und Tschürtz-Kny Geschäfstführerin von Licht ins Dunkel

Mehr als 6,2 Millionen Euro Spenden für "Licht ins Dunkel"

Die 39. ORF-Aktion "Licht ins Dunkel" zeigt die große Solidarität für Menschen mit Behinderungen und Familien in Not in Österreich. 6.252.519,99 Euro konnten bei der insgesamt 39. Aktion von "Licht ins Dunkel" am Heiligen Abend im ORF gesammelt werden.

Das Ergebnis des Vorjahres (5.703.236,01 Euro) um rund 550.000 Euro wurde somit deutlich übertroffen.
Ein Erfolg der Mitmenschlichkeit – trotz schlechter Wirtschaftsprognosen –, über den sich alle Beteiligten nach dem mehrstündigen Spendenmarathon freuen konnten. ORF-Verantwortliche Sissy Mayerhoffer: "Die Österreicherinnen und Österreicher haben mit ihrer Spendenbereitschaft ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität gesetzt!"

ORF 2 stand von 9.05 bis 23.30 Uhr ganz im Zeichen der Hilfsaktion, die auch heuer wieder von zahlreichen Prominenten und Soldaten des österreichischen Bundesheeres am Spenden-telefon unterstützt wurde. Durch die Live-Sendung führten zahlreiche ORF-Moderatorinnen und Moderatoren aus Information, Sport, Kultur und Unterhaltung, jeweils gemeinsam mit der seit einem Unfall auf die Benutzung des Rollstuhls angewiesenen Barbara Sima.

Geschäftsführerin Christine Tschürtz-Kny, "Licht ins Dunkel"-Verantwortliche des ORF, Sissy Mayerhoffer, Barbara Sima, Wolfram Pirchner und Barbara Karlich bei der 39. Aktion von "Licht ins Dunkel"

Christine Tschürtz-Kny; Sissy Mayerhoffer; Barbara Sima; Wolfram Pirchner; Barbara Karlich

Kardinal Schönborn: "Sparen wo es möglich ist und nicht bei den Armen"

Eröffnet wurde die Sendung bei der Außenstelle am Wiener Stephansplatz, wo Sandra König Christoph Kardinal Schönborn als ersten Gast begrüßte. Der Kardinal entzündete die Friedenslichtkerze mit dem Licht aus Bethlehem und erinnerte dabei an die christliche Weihnachtsbotschaft: „Der Brauch des Friedenslichtes ist keine profane Initiative, denn das Licht kommt aus der Geburtsgrotte Jesu und geht von dort in die ganze Welt. So soll der Friede, den Christus auf die Erde gebracht hat, auch wirklich die Herzen der Menschen erreichen.“ Im Hinblick auf die rund 500.000 Menschen, die in Österreich in akuter Armut leben, richtete der Kardinal außerdem den „Wunsch an uns alle: Wir wissen, dass wir in den nächsten Jahren sehr sparen müssen, weil wir einfach über unsere Verhältnisse gelebt haben. Aber meine große Bitte ist, dass wir nicht bei denen zu sparen beginnen, denen es jetzt schon an lebensnotwendigen Dingen fehlt. Es ist das ein Appell an uns alle: Sparen wir vor allem dort, wo es möglich ist und nicht bei den Ärmsten.“

Sandra König, Sarah Schinwald und Kardinal Schönborn mit dem Friedenslicht

Sandra König, Sarah Schinwald, Kardinal Schönborn mit dem Friedenslicht

Thema Armut und sozialer Ausgleich zur Mittagszeit

Das Thema Sparen und sozialer Ausgleich dominierte auch die von Marie Claire Zimmermann und Oliver Polzer präsentierte Mittagsstunde, in der Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und die Parteispitzen der heimischen Politik zu Gast waren. Der Bundespräsident betonte, auf noch einmal gestiegene Armutszahlen angesprochen: „Das bedeutet, dass Wohlstand in unserer Gesellschaft nicht exakt gleichmäßig verteilt ist und nicht exakt gleichmäßig wächst. Die Spannung zwischen Arm und Reich wird immer größer und es ist die politische Aufgabe, für gerechten sozialen Ausgleich zu sorgen. Es ist aber auch eine humanitäre Aufgabe, denn jeder Mensch kann in seiner eigenen Verantwortung etwas dazu beitragen.“ Margit Fischer meinte auf ihr persönliches Engagement angesprochen: „Ich versuche, Armut zu einem öffentlichen Thema zu machen und das Bewusstsein zu schärfen – und zu verdeutlichen, dass Armut nichts Gewolltes ist.“

Bundeskanzler Werner Faymann unterstrich: „Die Gefahr besteht immer, wenn es wirtschaftlich schlechter geht, dass dies zuerst die Schwachen bemerken. Reich und Arm geht bei uns so stark auseinander, dass die Reichen sehr rasch reicher werden und der Mittelstand hart darum kämpft, Mittelstand zu bleiben. Das ist aber sehr wichtig, diese Basis zu erhalten, denn Österreich ist ein Land mit einem traditionell starken Mittelstand, der sich vieles hart erarbeitet hat. Die wichtigste Maßnahme, um Wohlstand zu erhalten, ist die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und eine starke Bildungspolitik: denn Armut ist nicht vererbbar – gute Bildung ist einer der Schlüssel für den Wohlstand.“

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann am Spendentelefon

Bundespräsident Fischer und Bundeskanzler Faymann am Spendentelefon

Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger betonte vor allem auch die Notwendigkeit des ausgabenseitigen Sparens: „Jeder muss einen Beitrag leisten: die mehr haben mehr und die weniger haben weniger. Wir müssen aber auch die Ausgaben sehr stark reduzieren, also systemseitig sparen, um eine gute Ausgangsbasis für die nächsten Jahre zu haben.“ Auf die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden angesprochen, unterstrich der Vizekanzler, an dieser auch die nächsten Jahre festhalten bzw. sie noch ausbauen zu wollen, denn es sei „das richtige Signal, die Menschen, die sich engagieren auch von staatlicher Seite anzuerkennen.“

Alexander Wrabetz: „,Licht ins Dunkel‘ ist einzigartig in Europa“

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz kam gemeinsam mit Sissy Mayerhoffer, ORF-Verantwortliche der Aktion „Licht ins Dunkel“, ins Spendenstudio. Wrabetz unterstrich die Rolle des ORF und bezeichnete „Licht ins Dunkel“ als eine „exemplarische Aktion für den Public Value, den gesellschaftlichen Mehrwert des ORF.“ Wrabetz: „Es ist einzigartig in Europa, dass sich ein ganzes Land mit dieser Medienstärke in den Dienst einer Sozialaktion stellt – tragende Säulen sind dabei auch die ORF-Landesstudios mit ihren neun Radio- und Fernsehlokal¬programmen. Denn die Landesstudios sind ganz nahe bei den Menschen in ihrer Region.“ Sissy Mayerhoffer sieht die nun mehr 39-jährige Erfolgsgeschichte von „Licht ins Dunkel“ nicht nur als den „Erfolg einer Aktion oder eines Unternehmens, denn es geht um mehr: ,Licht ins Dunkel‘ ist ein Anliegen. Es geht um ein gesellschaftliches Anliegen, das der ORF sehr gut transportiert.“

Oliver Polzer, Marie-Claire Zimmermann, Barbara Sima,

Vieles Stars und Prominente im Dienst der guten Sache

Viele Prominente stellten sich auch heuer wieder in den Dienst der guten Sache und halfen an den Spendentelefonen mit oder performten live: Staatsopernsopranistin Ildikó Raimondi, Bariton Clemens Unterreiner, Pianist Christopher Hinterhuber, Harry Stojka, der „Longfield Gospel Choir“, Iva Mihanovic, Oscar-Preisträger Maximilian Schell, Frank Hoffmann und viele andere.

Durch den Nachmittags- und Abendstunden führten Barbara Karlich, Wolfram Pirchner, Barbara Rett und Alfons Haider, der auch ab 22.00 Uhr im Programm ORF 2 zur „Starweihnacht mit Alfons Haider“ lud und dabei zahlreiche weitere prominente Gäste und ihre „Herzensmenschen“ empfing: Petra Frey, Udo Wenders, Musicaldarstellerin Ana Milva Gomes, Star-Tenor Cosimo Panozzo, Markus Wohlfahrt, Monika Martin und „Opus“.

Der Einsatz aller Mitwirkenden wurde mit vielen Spendenzusagen in Höhe von mehr als 6,2 Millionen Euro belohnt und „Licht ins Dunkel“-Geschäftsführerin Christine Tschürtz-Kny dankte allen Beteiligten: „Es ist eine wunderbare Aufgabe, Spenden von Menschen entgegennehmen zu dürfen, die unserer Aktion verbunden sind. Und es ist eine ebenso wunderbare Aufgabe, mit diesen Spenden konkrete Hilfe leisten zu dürfen.“