
Herbert Pichler-Inklusions-Medienpreis verliehen
Prämierte Beiträge zum Thema Inklusion geben Perspektiven
Der Preis wurde vom Verein LICHT INS DUNKEL nach einer Idee der ORF-Redakteurin Mag. Čedomira Schlapper ins Leben gerufen. Er soll die großen Leistungen von Herbert Pichler, dem im April 2021 bei einem tragischen Unglück verstorbenen früheren Präsidenten des Österreichischen Behindertenrates, würdigen und die Aufmerksamkeit für das Thema Inklusion erhöhen.
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Zusätzlich wurden Anerkennungspreise in allen Kategorien ausgesprochen: Jana Petersen „Meine Demo im Liegen“ (wochentaz), Georg Pöchhacker „Sport ohne Hürden: Wie barrierefreie Bewegung für Kinder und Jugendliche gefördert werden kann“ (Ö1), Anna Celine Mark „Inklusive Medizin: Gesundheits-Behandlungen ohne Hindernisse“ (ORF Topos), Patricia Pantel „Kakadu Kinderpodcast ‚Wozu brauchen wir Mut‘“ (Deutschlandfunk Kultur), Birthe Franke „Stark machen für Inklusion“ (ZDF).
Ingrid Thurnher, interimistische ORF-Generaldirektorin: „Der Herbert-Pichler-Inklusions-Medienpreis setzt seit 2021 ein wichtiges Zeichen für inklusiven Journalismus. Inklusion und Barrierefreiheit sind für den ORF zentrale Werte, um im Sinne eines ,ORF für alle‘ Menschen in ihrer Vielfalt zu erreichen und den inklusiven Gedanken in unserer Gesellschaft zu stärken. Der Herbert-Pichler-Inklusions-Medienpreis ist eine wichtige Anerkennung für Kolleginnen und Kollegen, die mit ihrer Arbeit zeigen: Inklusion ist kein Randthema, sondern gehört in die Mitte unserer Berichterstattung und unserer Gesellschaft. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern.“
Lisa Zuckerstätter, Leiterin ORF-Humanitarian Broadcasting: „Die Gewinnerinnen und Gewinner zeigen auf besonders eindrucksvolle Weise, wie wichtig journalistische Arbeit ist, die Barrieren abbaut und Menschen in all ihrer Vielfalt sichtbar macht. Inklusion ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Auftrag verantwortungsvoller Berichterstattung. Die geehrten Beiträge beweisen, wie wesentlich es ist, Geschichten aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen, denn nur so entsteht ein gesellschaftliches Klima, in dem Respekt, Teilhabe und echtes Miteinander gelebt werden können.“
Mag.a Ines Stilling, Präsidentin des Vereins LICHT INS DUNKEL: „Mit dem Herbert Pichler-Inklusions-Medienpreis möchten wir als Verein LICHT INS DUNKEL Inklusion sichtbarer und hörbarer machen. Der Preis würdigt Beiträge, die in jeder Hinsicht beispielgebend für Inklusion sind und so dazu motivieren, aufeinander zuzugehen und einander zu verstehen. Der Wandel hin zu einer inklusiveren Gesellschaft braucht viele Akteurinnen und Akteure, die sich dafür stark machen. Journalistinnen und Journalisten spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie erreichen über ihre Medien eine breite Öffentlichkeit und wirken so bewusstseinsbildend.“
Über die Preise entschied die Jury bestehend aus Mag.a Dr.in Gabriele Falböck (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Medien und digitale Technologien / Uni Wien, FH St. Pölten), Ao. Univ. Prof. i.R. Dr. Fritz Hausjell (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Uni Wien), Mag.a Barbara Krenn (Hauptabteilungsleiterin Religion und Ethik multimedial / ORF), Martin Ladstätter, M.A. (Vizepräsident des Österreichischen Behindertenrats), Ivana Veznikova M.Sc. (Moderatorin der Sendereihe „Perspektivenwechsel“ / Okto TV) und Univ. Prof. Dr. Germain Weber (Vorstand LICHT INS DUNKEL, Fakultät für Psychologie / Uni Wien)
Kategorie Printmedien

Die Jury vergab den Preis an Franziska Pröll für ihren Beitrag „Wie viel Inklusion passt in ein Gymnasium?“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).
„Die diesen Prozess begleitende Reportage (…) zeigt, dass Journalismus nicht nur gesellschaftliche Probleme benennen, sondern auch konstruktive Lösungen aufzeigen kann. Problems scream, solutions whisper. Guter Journalismus muss nicht laut und plakativ sein, er kann leise sagen, was ist und wie es sein könnte. Franziska Prölls Beitrag zeigt auf, dass Journalismus auch Mut machen kann.“ (Jurorin Gabriele Falböck)
Kategorie Radio

Für die vierteilige Sendereihe „In Eigenregie leben“ (Teil1, Teil2, Teil3, Teil4) ging der Preis an das Ö1 Radiokolleg, Redaktionsteam: Christoph Dirnbacher, Lara Egger, Melissa Felsinger, Cornelia Hehn, Sandra, Knopp, Michael Kola, Anna Celine Mark, Katharina Müllebner, Katharina Reiner, Dominic Schmid, Udo Seelhofer, Lisa Steiner, Marietta Trendl, Helen Zangerle.
„Den Radiomacherinnen und Radiomachern gelingt es, sehr persönliche und emotionale Zugänge für hochpolitische Themen zu finden. Es gelingt ihnen, die gesellschaftspolitische Relevanz von individuellen Herausforderungen aufzuzeigen. Und es gelingt ihnen, das existentielle Bedürfnis nach Freiheit und Selbstständigkeit bei gleichzeitigem Angewiesensein auf andere für alle Menschen – egal ob behindert oder nicht – zu verdeutlichen!“ (Jurorin Barbara Krenn)
Kategorie Digitale Medien / Podcast

Janina Bauer, Marc Engelhardt und Hanna Fröhlich überzeugten mit dem Beitrag „Achtung Barriere! Stadt als Gefahrenzone“ (CORRECTIV.Schweiz)
„Deutlich und ungeschönt, aber immer respektvoll gegenüber den Menschen, werden hier verschiedene, oft unsichtbare Barrieren nicht nur aufgezeigt, sondern durch moderne Technologien auch nachvollziehbar gemacht. Darin liegt die besondere Stärke dieses Beitrags: Nur wenn Barrieren wahrgenommen und ihre Folgen verstanden werden, entsteht auch der Wille, sie zu beseitigen.“ (Jurorin Ivana Veznikova)
Kategorie Fernsehen

Mareike Müller erhielt mit dem Beitrag „Wir wollen mehr – Arbeit ohne Barrieren“ (ARD) den Preis in der Kategorie Fernsehen.
„Meist sehen wir in den Medien nur eindimensionale Bilder von dankbaren Werkstattbeschäftigten bei Bastelarbeiten. Ihr Film zeigt ein anderes, differenziertes Bild. Er zeigt junge, inklusiv aufgewachsene Menschen mit Behinderung, die von echter Arbeit und Teilhabe träumen. Ein System aus Sonderstrukturen, Bürokratie und Vorurteilen zwingt sie, hart um ihr Recht auf Selbstbestimmung zu kämpfen.“ (Juror Martin Ladstätter)