Evelyn Hayden, „Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“

Für den Fritz Greinecker-Preis 2006 ausgezeichnet wurde auch Evelyn Hayden für „Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“ -
die Konto als Grundstein für den Weg zurück ins Leben bietet.

Evelyn Hayden:Vorbildlicher Dienst nicht nur am einzelnen, sondern auch an der Gesellschaft.

Evelyn Hayden. (Foto: ORF/Schaffler)

Begründung der Juryentscheidung

Evelyn Hayden ist eine Frau, die sich neben ihrer beruflichen Karriere und Familie auch engagiert für sozial Schwächere einsetzt und diese mit ebenso fachlicher wie sozialer Kompetenz bei der Grundsteinlegung für ein neues Leben unterstützt. Als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der ,Die Zweite Sparkasse’ steht sie in vorbildlicher Art und Weise nicht nur für den Dienst am einzelnen, sondern für den Dienst an der Gesellschaft, der hier vorgelebt und sinnvoll praktiziert wird.

Konto als Notwendigkeit

Kein Girokonto bei mangelnder Bonität.

Das Verfügen über ein Girokonto ist heute eine wichtige Voraussetzung für ein geordnetes Leben und eine aktive Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen. Wenn wegen eines überraschenden Lebensereignisses, das Menschen aus der wirtschaftlichen und sozialen Bahn wirft, wegen mangelnder Bonität kein Konto mehr zur Verfügung steht, können gerichtliche Zahlungspläne oder Daueraufträge für die existentiellen Grundkosten, Miete, Heizunng u.ä., nicht mehr zeitgemäß und kostengünstig abgewickelt werden.

Wieder Fuß fassen

Schicksalsschlag als Start in existenzielle Gefährdung und gesellschaftliche Ausgrenzung.

Für Menschen, die kein Konto mehr bei einer Bank bekommen, eben weil sie durch ein persönliches Schicksal oder Lebensereignis wie Überschuldung, Scheidung, Todesfall oder Pflegebedarf in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, dreht sich die Spirale der existenziellen Gefährdung und gesellschaftlichen Ausgrenzung somit immer schneller. „Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“ – ihre Gründung erfolgte mit finanziellen Mitteln der DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung – stellt sich dieser Herausforderung und versucht, Menschen dabei zu unterstützen, wieder Fuß im Leben zu fassen.

Expertin am Finanzsektor

Erfahrungen mit Schuldnerberatung, Kredit- und Wiedergutmachungshilfe.

Die zweifache Mutter, ausgebildete Juristin und Leiterin der Stadtdirektion in der ERSTE BANK für den 2., 3., 4., 5., und 11. Wiener Gemeindebezirk, Dr. Evelyn Hayden, Jahrgang 1951, ist seit 2006 auch ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der „Die Zweite Sparkasse“. Evelyn Hadyen kann dabei in ihrer beruflichen Karriere auf langjährige Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit der Schuldnerberatung und dem Verein für Kredit- und Wiedergutmachungshilfe – Schwerpunkt: Bereinigung der finanziellen Schwierigkeiten der Kunden durch Zusammenlegung und Umschuldung der bestehenden Verbindlichkeiten sowie nachfolgende, beratende Begleitung –, zurückgreifen und war maßgeblich an der Umsetzung des Projektes „Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“ beteiligt.

Gemeinnütziger Sparkassengedanke

Neue Existenz als Stabilisierung der Gesellschaft.

Hayden: „Die Herausforderung lag in der Umsetzung des ursprünglichen, gemeinnützigen Sparkassengedankens. Durch die Einrichtung eines zeitlich befristeten Habenkontos für sozial Schwache soll diesen wieder eine Grundkonstante im Leben gegeben und Existenz(neu)gründungen ermöglicht werden, die insgesamt zur Stabilisierung der Gesellschaft beitragen.“

Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsorganisationen

In Vorbereitung: Kooperation mit Partnerorganisationen.

Das Habenkonto ist in Zusammenarbeit mit Wohlfahrtsorganisationen ein sinnvoller Teil des Gesamtpaketes an Betreuungs- und Beratungsleistungen für Menschen in einer persönlichen Notlage. So ist für den Erhalt eines Kontos derzeit eine Betreuung durch bzw. Empfehlung von Caritas oder Schuldnerberatung Voraussetzung. Eine Kooperation mit vier weiteren Partnerorganisationen wird derzeit vorbereitet.

Re-Integration

Siegerin Evelyn Hayden, Laudator Jörg Ruminak. (Foto: ORF/Schaffler)

Siegerin Evelyn Hayden, Laudator Jörg Ruminak.

Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“, deren erste Geschäftsstelle am 21. November 2006 in der Glockengasse im Zweiten Wiener Gemeindebezirk eröffnet wurde, erfüllt damit auch eine wichtige, gesellschaftspolitische Aufgabe: Sie hilft Menschen bei der Überbrückung schwieriger Lebenssituationen und fördert damit die Re-Integration jener, die ansonsten an den Rand des sozialen und wirtschaftlichen Geschehens gedrängt oder dort verbleiben würden.

Freude am Helfen

180 Mitarbeiter – vor allem aktive und pernsionierte ERSTE BANK-Mitarbeiter.

Die Mitarbeiter/innen dieses engagierten Projektes – vom Vorstand bis zur Kundenbetreuung – arbeiten ohne Ausnahme ehrenamtlich. Derzeit hat „Die Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“ 180 Mitarbeiter – vor allem aktive und pernsionierte ERSTE BANK-Mitarbeiter – die sich freiwillig für die Mitarbeit gemeldet haben und außerhalb ihrer Dienstzeit und ohne Bezahlungfür die Sparkasse tätig sind. Üblicherweise stellen die Mitarbeiter einmal im Monat drei Stunden ihrer Freizeit zur Verfügung, manche – auch mehrmals die Woche halbtags. Sie sind froh, anderen Menschen zu helfen und dabei ihre eigene Freizeit sinnvoll gestalten zu können.

Daten zur Einreichung

2.000 Euro Preisgeld.

Für den Greinecker-Preis eingerecht wurde die mit 2.000 Euro dotierte „Zweite Wiener Vereins-Sparcasse“ von DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung. Laudator ist Jörg Ruminak.